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Alissa Jung – die Schirmherrin des Wettbewerbs. |
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Weitere Informationen zu Alissa Jung:
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Alissa Jung, die Schirmherrin.
Schirmherrin ist die Schauspielerin Alissa Jung. Als Mitinitiatorin des Hilfsprojektes „Schulen für Haiti“ und in ihrer Rolle als zweifache Mutter liegt ihr das Anliegen des Schülerwettbewerbs besonders am Herzen. Wir sprachen mit Alissa über ihre persönliche Motivation, dem Wettbewerb als Schirmherrin vorzustehen:
AWO: Alissa, die AWO freut sich sehr, dass wir dich als Schirmherrin für unseren Schülerwettbewerb "Ohne Moos nix los!?" gewinnen konnten. Wieso hast du dich so spontan entschlossen, unsere Schirmherrin zu werden?
Alissa Jung: Ich finde die Aktion richtig und wichtig. Es ist ja so, dass die Kinder- und Jugendarmut in Deutschland erschreckend hoch ist, man es oft aber gar nicht mitbekommt. Deshalb finde ich es umso wichtiger, darauf aufmerksam zu machen. Ich möchte mich selbst engagieren und nicht nur darauf verlassen, dass Politiker etwas dagegen tun. Da Jugendliche betroffen sind, sollte man sie auch direkt fragen, was sie dazu denken; ihre Vorstellungen herausfinden, wie man mit Kinder- und Jugendarmut umgehen sollte. Dies fördert der Wettbewerb und das finde ich sehr gut!
AWO: Du möchtest die Dinge aber nicht nur angehen, sondern bist schon seit einiger Zeit dabei, dich gegen Kinderarmut einzusetzen. Was machst du genau?
Alissa Jung: Mein anderes Projekt, das mir sehr am Herzen liegt, heißt „Schulen für Haiti“. Ich habe es mit meiner Freundin Janin Reinhardt ins Leben gerufen. Wir fordern Schüler in ganz Deutschland auf, durch Aktionen Geld zu sammeln. Mit diesem Geld kümmern wir uns gemeinsam mit der Organisation "Unsere kleinen Brüder und Schwestern" um eine Schule für 500 Straßenkinder in den Slums von Haiti. So können wir die Kinder dort von der Straße holen, sie bekommen eine warme Mahlzeit und wir geben ihnen durch Bildung eine Chance auf eine bessere Zukunft. Da geht es natürlich um eine ganz andere, viel existenziellere Art von Armut, als die, die wir hier bei uns in Deutschland haben. Das bedeutet aber nicht, dass Armut in Deutschland nicht so schlimm ist.
AWO: Sondern?
Alissa Jung: Ich spreche von unterschiedlichen Formen von Armut. Man sollte die Probleme nicht gegeneinander aufwiegen. Vereinfacht gesagt: Ich tue doch sicher künftig etwas gegen meine Bauchschmerzen, auch wenn ich aktuell vielleicht Kopfschmerzen habe?
Ein Kind in Deutschland, das das Gefühl hat, es gehört nicht dazu, weil es zu wenig Geld hat und sich nicht die selben Sachen leisten kann wie seine Mitschüler, fühlt sich sehr wahrscheinlich schlecht. Es leidet, wenn die Freunde ins Kino oder Schwimmbad, in den Sportverein oder die Musikschule gehen können – er oder sie aber nicht. Es fängt an sich zu isolieren. Das ist schlimm! Zugleich bedeutet dies aber nicht, dass dieses Kind sich nicht auch dafür interessieren könnte, wie schlecht es Kindern in Haiti gehen kann.
AWO: Kennst du das Gefühl aus deiner eigenen Kindheit und Jugend: „Mensch, ich hab nicht genug Taschengeld oder ich kann mir was nicht leisten, was ich gerne will!“?
Alissa Jung: Ich hatte als Kind nie das Gefühl, ich müsste in einer bestimmten Marke gekleidet sein oder unbedingt ins Kino gehen. Ich bin in einem Umfeld aufgewachsen, wo das Gott sei Dank alles nicht so wichtig war. Aber meine Eltern hatten, als ich klein war, nie viel Geld. Mein Vater war noch Student und meine Mutter hat, obwohl sie Kinderkrankenschwester war, im Kindergarten gejobbt, damit sie beim Arbeiten in meiner Nähe sein konnte. Erst später, als mein Vater dann Lehrer war, ging es uns finanziell besser und man hat plötzlich den Unterschied gemerkt: Wir hatten zum Beispiel ein Auto und sind zum ersten Mal geflogen. Ich hatte aber das Glück, dass Geld bei uns Kindern nie ein großes Thema war.
AWO: Was würdest du jenen Kindern und Jugendlichen eventuell "raten", die sich „arm“ fühlen und vielleicht schämen und versuchen zu verbergen, dass sie und ihre Familien kein Geld haben?
Alissa Jung: Ich glaube im Leben ist Offenheit prinzipiell immer der beste Weg. Das ist sicher manchmal ziemlich schwer. Aber ich würde wirklich versuchen, meinen besten Freunden davon zu erzählen und einfach zu sagen „Pass mal auf, es geht halt leider nicht!“. Ich glaube, guten Freunden ist es im Endeffekt auch egal, wie viel Geld man hat. Wenn die Freunde wissen, wie es einem geht, kann man zusammen damit auch ganz anders umgehen, als wenn man sich mit seinen Problemen immer wieder versteckt.
AWO: Gibt es eigentlich etwas, was du gerne hättest, was du dir nicht leisten kannst?
Alissa Jung: Ohhhh ja! Ganz viel Urlaub! Schöne Reisen – eine Weltreise!
AWO: Da gibt es ja auch das schöne Mittel Ratenkauf. Hast du schon mal einen Ratenvertrag unterschrieben, wo die Raten dann plötzlich ganz hohe Zinsen hatten und du dich erschrocken hast?
Alissa Jung: Nee, und ich habe da auch ein Heidenrespekt vor, so etwas zu tun. Ich habe eher immer so ein Gefühl: „Was mir nicht gehört, kann ich auch nicht ausgeben!“. Dadurch bin ich auch noch nicht in so eine Falle gerutscht. Ich hab aber Freunde, denen das durchaus schon passiert ist.
AWO: Wie vermittelst du eigentlich deinen Kindern den Wert von Geld?
Alissa Jung: Ich versuche ihnen zu zeigen, dass das Geld eben nicht vom Himmel fällt, sondern dass man dafür arbeiten muss und nicht einfach alles geschenkt bekommt, was man will. Dinge haben einen Wert und man sollte sie auch so behandeln und darauf achten. Es muss etwa nicht immer alles gleich weggeschmissen werden. Ich finde, in unserer Gesellschaft ist dies leider ein Problem geworden: Oft ist es billiger, sich etwas Neues zu kaufen als mal etwas reparieren zu lassen.
AWO: Alissa, man sagt ja auch immer, es gibt Dinge, die kann man nicht für Geld kaufen. Was ist denn deine Lieblingsbeschäftigung, die du dir nicht für Geld kaufen kannst?
Alissa Jung: Zeit für mich und Zeit für meine Familie. Das kann man sich leider nicht kaufen, sonst würde ich dafür sofort ein Konto anlegen. Man sagt zwar immer „Zeit ist Geld“, aber ich weiß gar nicht, ob das so stimmt! Zeit ist wichtiger als Geld!
AWO: Herzlichen Dank, dass du dir die Zeit für uns genommen hast!
Alissa Jung: Sehr gerne!







